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Informationen für Sportler, Leistungssportler, Trainer und Personaltrainer

Ob Freizeit oder Leistungssport, nur durch richtiges wiederholtes Handeln erreicht man Ziele

Sportliches Training ist immer ein Faszientraining, ob man will oder nicht

Die Frage ist nur, ob es ein gutes Training war

Das Thema „Faszien“ erfährt derzeit einen Boom im Bereich des Sports. Dies ist durchaus angemessen, denn es gibt einen gewissen Nachholbedarf, da man Faszien und deren zentrale Bedeutung nahezu jahrzehntelang im Sport (aber auch in der Medizin und in anderen Bereichen) sträflich vernachlässigt hat. Da es verschiedene Sichtweisen in diesem Bereich gibt, möchten wir an dieser Stelle unsere Position darstellen und warum unsere Arbeit für Sportler, Leistungssportler, Trainer und Personal-Trainer wichtig ist. Gerade im Bereich des Personal-Trainings ist der Übergang zur Therapie fließend, denn häufig wenden sich Klienten mit einem bestimmten Problem an den Personal-Trainer. Einige Beschwerden lassen sich ausgezeichnet mit Training beheben. Allerdings sind viele Beschwerden für den Trainer nicht behebbar, da einige Übungen unserer Erfahrung nach nicht die notwendigen Strukturen erreichen. Egal ob Sportler oder Trainer: Verzichten Sie auf viele erfolglose mühselige Trainingseinheiten. Einige Beschwerden sind definitiv durch Training nicht zu beheben. Viele Beschwerden können wir in relativ kurzer Zeit beheben.

Warten Sie nicht zu lange!

Dieser triviale Rat richtet sich sowohl an den Sportler als auch an den betreuenden Trainer und basiert auf viele Jahre Erfahrung (die meisten von uns sind selbst Trainer), denn folgende Aspekte sind wichtig:

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Referenzen zur Literatur finden sie unten

Your life does not get better by chance, it gets better by change

Jim Rohn

Je länger Beschwerden andauern, umso höher die Wahrscheinlichkeit für einen größeren Therapieaufwand (verbunden mit mehr Zeit und höheren Kosten). Trifft nicht immer zu, aber häufig.
Viele Sportler ziehen sich von ihrer Sportart aus Frustration zurück. Wenn Sport = Schmerzen bedeutet, dann ist es nur eine Frage der Zeit.
Viele Sportler verlieren wertvolle Zeit. Ein Beispiel: Jedes Jahr zum Hansemarathon haben wir eine erhöhte Zahl an Patienten mit Beschwerden der Füße, Knie, Beine, Hüften, Achillessehnen etc., bedingt durch die gesteigerte Vorbereitung für den Marathon. Leider kommen viele Patienten auf den „letzten Drücker“, wenn Beschwerden schon lange bestanden und dadurch das Training erheblich eingeschränkt wurde. Als Folge dauern die Behandlungen länger und das Trainingspensum ist nur in reduzierter Form durchzuführen. Beides Faktoren, die bei einem früheren Therapiebeginn zu vermeiden wären.
Lieber zu früh, als zu spät und lieber spät als nie!
Wieder ein Beispiel aus dem Laufbereich: eine gerissene Achillessehne ist eigentlich immer schlechter zu therapieren als eine gereizte. Dies gilt synonym für alle Bereiche des Bewegungsapparates. Werbung mit Angst ist verboten. Wir möchten an dieser Stelle keine Ängste schüren, sondern an gesunden Menschenverstand appellieren. Daher nutzen Sie rechtzeitig die Möglichkeiten einer adäquaten Therapie. Aber selbst bei vorhandenen Schäden lassen sich häufig noch akzeptable Ergebnisse erzielen.
Nutzen Sie ihre möglichst früh wiedererlangte Leistungsfähigkeit für befriedigende und schmerzfreie Trainingseinheiten.

 

 

 

Gute Trainer können nicht alles selbst

Sondern geben den richtigen Rat.

Das Wichtigste am Training kommt nach dem Training

Die Regeneration entscheidet über den Trainingserfolg oder über zunehmende Beschwerden.

Vorweg

Es gibt viele andere Methoden und Verfahren, die sich um die Behandlung der Faszien bemühen, einige davon sind auch sehr gut und werden von uns empfohlen, z. B. Faszienrollen (Bartrow, 2014) etc., Fascial-Fitness (Schleip & Müller, 2013), Faszien-Training (Thömmes, 2013), Myofascial release (Barnes, 1997) u.v. m. Jede dieser Methoden hat ihre Stärken und Schwächen. Die von uns verwendeten Methoden sind teilweise eine Kombination dieser Verfahren, teilweise aber auch ergänzt durch eigene Methoden, die sich bewährt haben. Die von uns mit Abstand am häufigsten verwendete Methode ist das FDM (Faszien Distorsions Modell). Neben der verwendeten Methode ist aber auch der Therapeut ein eminent wichtiger Faktor, denn schließlich müssen im Detail die richtigen Entscheidungen getroffen und dann auch richtig umgesetzt werden. Dies bedarf neben profundem Wissen auch Talent und Erfahrung. Dies sind neben einigen anderen Faktoren die Gründe, warum wir häufig auch in hartnäckigen Fällen noch erfolgreich sind.

Im Folgenden einige sportbezogene Informationen und deren Relevanz für unsere Faszien-Therapie.

Wie alle anderen Wissenschaften ist das Wissen im Bereich des Sports einem ständigen Wechsel ausgesetzt. Neue Informationen ersetzen oder ergänzen alte. Vieles mischt sich mit Weltanschauungen, auch wenn dieser Aspekt auf den ersten Blick nicht wichtig erscheint, so hat er doch erheblichen Einfluss auf die „Wissenschaftlichkeit“ der sogenannten „Fakten“ (Willimczik, 2013). Je nach sportwissenschaftlicher Sichtweise werden im Sport zwischen 4-6 sogenannter Grundkonditionen genannt:

  • Kraft
  • Ausdauer
  • Schnelligkeit
  • Flexibilität
  • Koordination
  • Regenerationsfähigkeit

Eine Trennung derselben ist im eigentlichen Sinne nicht möglich oder sinnvoll, allerdings hilft diese Einteilung beim Denken und beim Strukturieren. Ohne hier in Grundsatzdiskussionen zu verfallen, Faszien und die Behandlung derselben hat einen erheblichen Einfluss auf die Performance jeder einzelnen Grundkondition und deren Zusammenspiel. Faszien haben vielfältige Funktionen in unserem Körper (Stadelmann-Laski, 2013) und sind bei sportlichen Leistungen essentielle Faktoren.

Faszien sind wichtig

  • zur Kraftübertragung
  • als Gleitfläche
  • als Abgrenzung
  • als Transportsystem
  • als Sinnesorgan

Kraft und Faszien

Faszien übertragen einen großen, teilweise den größten Teil unserer Kräfte im Körper. Muskeln können erst durch fasziale Strukturen die Kontraktion übertragen. Genau genommen ist eine Unterscheidung von Muskel und Faszie nicht sinnvoll. Als Metapher soll hier ein Abschleppseil oder Bungee-Seil dienen. Ohne Befestigungsteil (Haken, Öse, Schlaufe…) ist solchen ein Seil sinnlos und kann seine Kraft nicht übertragen. Für bestimmte Strukturen sind die faszialen Umhüllungen formgebend und erhalten damit die Funktion der Struktur, z. B. bei Umhüllungen oder Verstärkungen von Muskeln, Sehnen, Retinacula. Haben diese Strukturen eine Beeinträchtigung (Distorsion) dann ist auch deren Funktion eingeschränkt. Eine „spröde“ Achillessehne kann weniger Kräfte tolerieren als eine gesunde. Im Extremfall führt dies zu einer Zerstörung (Abriss) der faszialen Struktur mit langwierigen Folgen für den Sportler. Typisch sind hier wiederkehrende Muskel- und Bänderzerrungen und Sehnenreizungen jeglicher Art. Dadurch werden Spitzenkräfte (Schnellkraft/Maximalkraft), eine Leistungssteigerung und Muskelwachstum nicht mehr möglich. Entscheidend für den weiteren Verlauf ist der Einfluss der Faszien auf die Regeneration (s. u.).

Ausdauer und Faszien

Die Ausdauer kann weiter unterteilt werden in lokale und globale Ausdauer und auch spezifischer und verschiedene Formen der Ausdauer (Schnellkraftausdauer, Schnelligkeitsausdauer, Kraftausdauer, …). Kernelement der direkten Leistung ist die Fähigkeit, Sauerstoff und Nährstoffe in die Arbeitsmuskulatur für den nötigen Zeitraum zu transportieren. Einen starken Einfluss auf die Lungenfunktion haben die Faszien des Brustkorbes. Ca. 10% der Energiebereitstellung kostet die Arbeit der Atmungsorgane. Bei eingeschränkter Beweglichkeit der Faszien des Brustkorbes kann dieser Anteil deutlich höher sein.

Ein häufigeres Problem stellt eher die lokale Versorgung des Zielmuskels dar. Zum Beispiel sind Krämpfe in der Muskulatur aus unserer Sicht häufig eine Funktionsstörung von umhüllenden Faszien, sowohl des Muskels als auch von größeren Blutgefäßen, die die Durchblutung pro Zeit verringern.

 

Die mit Abstand häufigsten Probleme, die eine Reduzierung der sportlichen Ausdauerleistung zur Folge haben, sind Beschwerden am Bewegungsapparat. Fuß-, Knie-, Hüft- und andere Schmerzen hindern an der Leistungssteigerung. Diese lassen sich exzellent mit Faszientherapien behandeln, um die o. g. Funktionen der Faszien wiederherzustellen. Ebenfalls ist hier für den weiteren Verlauf der Einfluss der Faszien auf die Regeneration immens wichtig.  (s. u.).

Schnelligkeit und Faszien

Auch hier gibt es weitere Unterteilungen der sportlichen Schnelligkeit und physikalische Aspekte. Zentral ist das Maß der Beschleunigung. Die Beschleunigung ist das Verhältnis von Kraft zu Masse. Hieraus folgt, dass die Kraft ein maßgeblicher Faktor bei der Beschleunigung ist. Anmerkungen zum Thema Kraft und Faszien finden Sie oben. Weiterhin ist zu nennen, dass diese physikalische Betrachtung die Komplexität sportlicher Beschleunigung nicht zur Gänze erfasst. Wichtig ist im Muskelsystem das Zusammenspiel der Kräfte (Agonisten, Antagonisten, Synergisten). Meist denkt man an die entsprechenden Muskeln, vergisst aber schnell die dazugehörigen faszialen Strukturen. Ein Schlag/Wurf/Sprung kann nur so schnell sein, wie die antagonistische Faszie nachgeben kann. Hier gelangen wir schnell in die Betrachtungen zu Flexibilität und Koordination.

Flexibilität und Faszien

Sowohl das Gesamtbewegungsausmaß (Range of Motion, ROM) als auch die Qualität der Beweglichkeit (Koordination, Geschwindigkeit, Leichtigkeit…) sind zum größten Teil faszialen Strukturen geschuldet. Jeder kennt das Phänomen. Nach einiger Zeit des Nichtbenutzens einiger Bewegungsumfänge fällt es schwer, die alte Beweglichkeit wiederherzustellen. Grund sind häufig Verklebungen (Adhäsionen) der Faszien. Einen Teil kann man durch Dehnübungen (Stretching, Yoga, etc.) wieder lösen, einige Strukturen erreicht man allerdings nicht. Hierfür bietet sich eine gezielte Faszienbehandlung an. Ebenso führen häufig Mikro- oder Makrotraumen (Überlastungen, Unfälle, Operationen) zu solchen Verklebungen. Durch unsere Therapie lassen sich viele Funktionen und die gewohnte Beweglichkeit wiederherstellen. Dies hat erhebliche Bedeutung für die Koordination.

Koordination und Faszien

Insbesondere der unter „Flexibilität“ genannte Punkt der Adhäsionen ist aus unserer Sicht zentral bei der sportlichen Koordination (und auch der nicht sportlichen). Da die Faszien eine hohe Dichte an Rezeptoren haben (Faszie als Wahrnehmungsorgan), ist deren einwandfreies Melden von Reizen enorm wichtig für eine korrekte Verrechnung dieser Daten im Zentralnervensystem. Diese Informationen werden interpretiert für das Gleichgewicht, für die Kraft und Geschwindigkeit von Muskelkontraktionen und einige weitere Dinge. Sind Faszien „verklebt“, dann sind diese Meldungen fehlerhaft und führen zu falschen Interpretationen und falschen Antworten/Reaktionen von Muskeln und anderen Geweben. Dies führt zu einer verschlechterten Koordination. Außerdem können einige dieser Informationen als Schmerzen interpretiert werden. Ein Lösen dieser Adhäsionen führt zu einer sofortigen Verbesserung der Koordination (und Reduzierung oder Beseitigung des Schmerzes). Das Thema Schmerzen ist bei der Regeneration von großer Bedeutung.

Regeneration und Faszien

Haben die oberen Aspekte grundsätzlich mit der direkten sportlichen Performance zu tun, ist der Aspekt der Regeneration überhaupt die Basis für ein sinnvolles Training und Leistungssteigerungen.

Wie oben schon erwähnt, sind fasziale Strukturen erheblich am Transport von Stoffen beteiligt. Dies gilt sowohl für den An- als auch für den Abtransport. Beide Aspekte können gestört sein und eine angemessene Regeneration behindern oder sogar unmöglich machen. Ein Beispiel: Aus unserer Sicht sind viele (nicht alle) sogenannten Entzündungen am Bewegungsapparat eher Stauungen. Das eigentliche Problem sind nicht lokale Reizungen, sondern An- oder Abtransportprobleme, die den Stoffwechsel in dem betroffenen Gewebe erheblich stören. Erst durch diesen gestörten Stoffwechsel kommt es zu der lokalen Reizung. Daher helfen in vielen Fällen aus unserer Sicht auch keine entzündungshemmenden Mittel, sondern erst die Beseitigung der stauverursachenden Störung (Fasziendistorsion) führt zu einer langfristigen Besserung. Damit wird die normale Regeneration wiederhergestellt und das Gewebe kann wieder biopositiv auf den sportlichen Reiz mit einer Kompensation und mit der gewünschten Superkompensation antworten.

Für die erfolgreiche Behandlung der Faszien sind, ähnlich wie beim Training, die richtige Methode, die richtige Intensität, der richtige Umfang und das richtige Timing notwendig. Darin liegt unsere Spezialisierung.

 

 

 

Faszien-Therapie ermöglicht und beschleunigt die Regeneration = Reperatur

Das Meiste repariert der Körper selbst, aber nur wenn die Möglichkeiten gegeben sind.

 

Referenzen

Barnes, M. F. (1997). The basic science of myofascial release: morphologic change in connective tissue. Journal of Bodywork and Movement Therapies, 1(4), 231-238.

Bartrow, K. (2014). Blackroll: Faszientraining für ein rundum gutes Körpergefühl. Georg Thieme Verlag.

Schleip, R., & Müller, D. G. (2013). Training principles for fascial connective tissues: Scientific foundation and suggested practical applications. Journal of bodywork and movement therapies, 17(1), 103-115.

Stadelmann-Laski, C. (2013). Die faszinierende Welt der Faszien. Orthopädie und Unfallchirurgie-Mitteilungen und Nachrichten, 2(04), 431-432.

Thömmes, F. (2013). Faszientraining: Physiologische Grundlagen, Trainingsprinzipien, Anwendung im Team-und Ausdauersport sowie Einsatz in Prävention und Rehabilitation. Stiebner Verlag GmbH.

Willimczik, K. (2013). Der Wissenschaftler, der von Wahrheit spricht, ist ein Lügner. Sportwissenschaft, 43, 58-60.